• Stephan Grundmann

BSG: Zur Kodierung der Hauptdiagnose

Das Bundessozialgericht hat mit seinem Urteil vom 20.03.2018 (Az. B 1 KR 25/17 R) klargestellt, dass ein Krankenhaus für die Abrechnung von Fallpauschalen als Hauptdiagnose grundsätzlich die „Krankheit“ zu kodieren hat, die im Sinn der Abrechnungsbestimmungen die vorhandene Symptomatik des Versicherten erklärt. Soweit dabei die Kodierung einer erklärenden Hauptdiagnose aus einer Resteklasse zulässig ist, ist die Kodierung einer Symptomdiagnose als Hauptdiagnose ausgeschlossen. Mit dieser Begründung wies das Bundessozialgericht die zulässige Revision einer beklagten Krankenkasse zurück. Denn ob eine Diagnose eine die Symptomatik erklärende definitive Diagnose sei, bestimme sich nach Ansicht des Gerichts nicht nach einem außerhalb der Abrechnungsbestimmungen liegenden Maßstab im Sinne eines besonderen medizinisch-wissenschaftlichen Verständnisses des Krankheitsgeschehens. Vielmehr sei zur Ermittlung der Hauptdiagnose die Systematik der Abrechnungsbestimmungen selbst zu Grunde zu legen. Danach seien aber auch erklärende definitive Diagnosen, die einer sogenannten Resteklasse angehören, als Hauptdiagnose zu kodieren, soweit nicht ausnahmsweise ein Symptom trotz bekannter Krankheitsursache vorrangig als Hauptdiagnose zu kodieren wäre. Vorliegend sei nach Ansicht des Gerichts die G90.9 (Krankheit des autonomen Nervensystems, nicht näher bezeichnet) als erklärende Hauptdiagnose zu kodieren gewesen, nicht hingegen die R61.0 (Hyperhidrose, umschrieben) als bloße Symptomdiagnose, wie es die Krankenkasse gefordert hatte. Durch diese begrüßenswerte Entscheidung definiert der 1. Senat eindeutig, nach welchen Kriterien Krankheitssymptome und Krankheitsursachen in der Abrechnungssystematik des Fallpauschalensystems voneinander abzugrenzen sind.

NEWS ARCHIV

Ich willige in die Verarbeitung meiner Daten gemäß der Datenschutzerklärung ein.

Wenn Sie den auf der Webseite angebotenen Newsletter beziehen möchten, benötigen wir von Ihnen eine E-Mail-Adresse. Diese Daten verwenden wir ausschließlich für den Versand der angeforderten Informationen und Angebote.

Als Newsletter Software wird Newsletter2Go verwendet. Ihre Daten werden dabei an die Newsletter2Go GmbH übermittelt. Newsletter2Go ist es dabei untersagt, Ihre Daten zu verkaufen und für andere Zwecke als für den Versand von Newslettern zu nutzen. Newsletter2Go ist ein deutscher, zertifizierter Anbieter, welcher nach den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung und des Bundesdatenschutzgesetzes ausgewählt wurde.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.newsletter2go.de/informationen-newsletter-empfaenger/

Die erteilte Einwilligung zur Speicherung der Daten, der E-Mail-Adresse sowie deren Nutzung zum Versand des Newsletters können Sie jederzeit widerrufen, etwa über den "Abmelden"-Link im Newsletter.

Die datenschutzrechtlichen Maßnahmen unterliegen stets technischen Erneuerungen. Aus diesem Grund bitten wir Sie, sich  in regelmäßigen Abständen durch Einsichtnahme in unsere Datenschutzerklärung zu informieren.