• Dr. med. Stefan Hübel

Vergessen eines vaginalen Tupfers nach Versorgung eines Dammrisses

In dem Beschluss vom 25.02.2019 (Az. 4 U 1616/18) weist das Oberlandesgericht Dresden darauf hin, dass es dahingestellt bleiben könne, ob das Vergessen eines vaginalen Tupfers nach der Versorgung eines Dammrisses ein voll beherrschbares Risiko darstelle oder nicht.

Der streitgegenständliche Tupfer verblieb insgesamt sieben Tage nach der Versorgung des Dammrisses in der Vagina der Klägerin. Das Oberlandesgericht schloss sich der Auffassung des erstinstanzlichen Gerichts an, dass das Zurücklassen des Tupfers in der Vagina der Klägerin einen Behandlungsfehler darstelle. Dieser Behandlungsfehler bestehe unabhängig davon, ob ein vorwerfbares Risiko vorliege oder nicht. Die Behandler habe in jedem Fall sämtliche Sicherheitsmaßnahmen gegen ein Verbleiben eines Tupfers im vorliegenden Fall zutreffen.

Entsprechende Sicherheitsvorkehrungen wurden hier nicht getroffen, insbesondere wurden keine Kontrollen durchgeführt. Allerdings ist auch darauf hinzuweisen, dass es keine Empfehlung hinsichtlich einer Zählkontrolle bei der Versorgung eines Dammschnittes gibt. Eine Einstufung bezüglich eines einfachen oder eines groben Behandlungsfehlers wurde von Seiten des Senats ebenfalls nicht vorgenommen, da – dem Sachverständigen folgend – das Belassen des Tupfers hier keinerlei gesundheitliche Auswirkungen gehabt habe. Auch habe sich der Heilungsverlauf nicht verzögert. Der Senat weist in seiner Entscheidung jedoch darauf hin, dass die Frage, ob ein grober Behandlungsfehler vorliege, stets am Einzelfall und anhand der Gesamtumstände zu prüfen sei.

Ergänzend merkt der Senat an, dass hinsichtlich der Aufklärung keine Versäumnisse vorlagen. Eine Aufklärung, ob die Versorgung eines Dammschnitts im Operationssaal oder im Kreissaal stattfinden kann, bedarf es nicht. Auch bedarf es keiner Aufklärung hinsichtlich des Verbleibens eines Tupfers, da diesbezüglich bereits ein Behandlungsfehler vorliegt. Über Behandlungsfehler muss im Vorfeld nicht aufgeklärt werden.

NEWS ARCHIV

Ich willige in die Verarbeitung meiner Daten gemäß der Datenschutzerklärung ein.

Wenn Sie den auf der Webseite angebotenen Newsletter beziehen möchten, benötigen wir von Ihnen eine E-Mail-Adresse. Diese Daten verwenden wir ausschließlich für den Versand der angeforderten Informationen und Angebote.

Als Newsletter Software wird Newsletter2Go verwendet. Ihre Daten werden dabei an die Newsletter2Go GmbH übermittelt. Newsletter2Go ist es dabei untersagt, Ihre Daten zu verkaufen und für andere Zwecke als für den Versand von Newslettern zu nutzen. Newsletter2Go ist ein deutscher, zertifizierter Anbieter, welcher nach den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung und des Bundesdatenschutzgesetzes ausgewählt wurde.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.newsletter2go.de/informationen-newsletter-empfaenger/

Die erteilte Einwilligung zur Speicherung der Daten, der E-Mail-Adresse sowie deren Nutzung zum Versand des Newsletters können Sie jederzeit widerrufen, etwa über den "Abmelden"-Link im Newsletter.

Die datenschutzrechtlichen Maßnahmen unterliegen stets technischen Erneuerungen. Aus diesem Grund bitten wir Sie, sich  in regelmäßigen Abständen durch Einsichtnahme in unsere Datenschutzerklärung zu informieren.