• Dr. med. Stefan Hübel

Zwerchfelllähmung durch chiropraktische Behandlung gänzlich unwahrscheinlich

Die Beklagte hatte bei der Klägerin eine chiropraktische Behandlung durchgeführt, ohne vorher ausreichende Anamnese zu erheben, noch wurde eine umfangreiche klinische Untersuchung vorgenommen. Ist das Landgericht noch von einen einfachen Befunderhebungsfehler ausgegangen, geht das Oberlandesgericht Hamm Urteil vom 15.03.2016 (Az. 26 U 137 / 15) sogar von einem groben Befunderhebungsfehler aus. Die Durchführung der chiropraktischen Behandlung trotz der unterlassenen Befunderhebung, wertet der Senat nicht als eigenständigen Behandlungsfehler. Letztendlich kann es im vorliegenden Fall jedoch dahin stehen, so der Senat weiter, ob ein grober Behandlungsfehler in Form eines groben Befunderhebungsfehlers vorliegt oder nicht, ebenso die Frage, ob die Befunderhebung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einem reaktionspflichtigen Befund geführt hätte. Unabhängig davon, dass schon nicht nachweisbar ist, ob überhaupt eine Schädigung des Nervus phrenicus vorliegt, ist es nahezu ausgeschlossen, dass die hier durchgeführte chiropraktische Maßnahme zu einer vermeintlichen Nervenschädigung geführt hat. Im vorliegenden Fall ist eine Mobilisation im Bereich des Thorax- und der Halswirbelsäule durchgeführt worden, eine Schädigung des Nervus phrenicus in diesem Bereich durch diese Maßnahme ist allenfalls theoretisch möglich. Der Sachverständige wertete die Wahrscheinlichkeit für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der vermeintlichen Schädigung des Nervus phrenicus mit deutlich unter 1 %. Der Sachverständige bezeichnete das Auftreten einer derartigen Schädigung als absolute Rarität. Der Senat sieht unter diesen Voraussetzungen, selbst bei Unterstellung einer Beweislastumkehr, den Nachweis von Seiten der Beklagten, dass kein Ursachenzusammenhang mit einer vermeintlichen Nervus phrenicus-Schädigung gegeben ist, als geführt an. Ob überhaupt eine Schädigung des Nervus phrenicus vorliegt, kann im vorliegenden Fall dahinstehen.

NEWS ARCHIV

Ich willige in die Verarbeitung meiner Daten gemäß der Datenschutzerklärung ein.

Wenn Sie den auf der Webseite angebotenen Newsletter beziehen möchten, benötigen wir von Ihnen eine E-Mail-Adresse. Diese Daten verwenden wir ausschließlich für den Versand der angeforderten Informationen und Angebote.

Als Newsletter Software wird Newsletter2Go verwendet. Ihre Daten werden dabei an die Newsletter2Go GmbH übermittelt. Newsletter2Go ist es dabei untersagt, Ihre Daten zu verkaufen und für andere Zwecke als für den Versand von Newslettern zu nutzen. Newsletter2Go ist ein deutscher, zertifizierter Anbieter, welcher nach den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung und des Bundesdatenschutzgesetzes ausgewählt wurde.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.newsletter2go.de/informationen-newsletter-empfaenger/

Die erteilte Einwilligung zur Speicherung der Daten, der E-Mail-Adresse sowie deren Nutzung zum Versand des Newsletters können Sie jederzeit widerrufen, etwa über den "Abmelden"-Link im Newsletter.

Die datenschutzrechtlichen Maßnahmen unterliegen stets technischen Erneuerungen. Aus diesem Grund bitten wir Sie, sich  in regelmäßigen Abständen durch Einsichtnahme in unsere Datenschutzerklärung zu informieren.